Depotcheck

Stuttgarter Aktienbrief Ausgabe 11/2013

Dieter Beck überprüft Ihr Portfolio

Das folgende Portfolio erscheint auf den ersten Blick sehr umfangreich. Allerdings handelt es sich um ein Aktienclub-Depot – und in der Gemeinschaft mehrerer Börsianer ist es scheinbar gar nicht so einfach, sich konsequent auf 10 bis 12 Titel zu beschränken. Wer die Übersicht nicht verliert, für den ist ein etwas größerer Aktienkorb aber kein Problem, solange die Zusammenstellung passt.

Wer „Risikofonds 98” als Namen für seinen Aktienclub auswählt, der muss doch eine spekulative Ader haben – so war unser erster Gedanke, als wir den Brief aus Alsdorf erhielten. Doch in einem Telefonat mit Clubsprecher Jürgen Ziegler klärte dieser auf: „Als wir uns 1998 gründeten, waren wir alle Anfänger und hatten gemerkt, dass es gar nicht so einfach war, mit Aktien ins Plus zu kommen. Deswegen der Name Risikofonds. Heute würden wir uns vermutlich anders nennen.“ Dass inzwischen die solide Anlage im Vordergrund steht, sieht man an der aktuellen Zusammensetzung: Wachstumswerte sind klar in der Überzahl, und bis auf E.ON und K+S weisen auch alle Pluszahlen auf.

Teilweise liegen die Aktien schon einige Jahre im Depot (Beiersdorf, H&M etc.) – mangelnde Geduld kann man dem Aktienclub aus der Nähe der niederländischen Grenze also nicht vorwerfen.

Der Überblick

Nichtwachstumswerte findet man vor allem am Ende der Erfolgstabelle, wobei es sich bei Celesio und Citigroup um ehemalige Empfehlungen von uns handelt. Insbesondere bei Celesio dürfte eine Umschichtung angesichts der dicken Minuszahlen schwer fallen. Allerdings sind weiterhin die Perspektiven auch nicht gerade rosig. Eine Umschichtung in Wachstumswerte empfehlen wir auch bei Citigroup, Commerzbank, Metro, Deutsche Bank und Infineon.

Am stärksten entwickelten sich die Konsumtitel, allein vier der fünf erfolgreichsten Aktien kommen aus diese Sparte. Der Konsumbereich ist leicht übergewichtet.

Gott sei Dank, könnte man angesichts der bislang guten Performance sagen. Hier zu reduzieren wäre sicherlich nicht der richtige Weg, jedoch empfehlt es sich, vor einem weiteren Ausbau andere Bereiche zu stärken.

Ergänzungsvorschläge

Ebenfalls gut vertreten sind der Chemiebereich (K+S, BASF, Air Liquide) sowie Mischkonzerne (Danaher, GE), Hightech (Microsoft, Samsung) und Gesundheit (Novo Nordisk, Stryker). Nach einem möglichen Verkauf der Deutschen Bank und der Commerzbank wäre mit Aflac nur noch eine Aktie aus der Finanzbranche dabei; hier würde sich die kanadische Bank of Nova Scotia als Neuzugang anbieten. Zum Energiekonzern E.ON passt noch ein Rohstoffkonzern wie Vale. Der Brasilianer ist momentan günstig zu haben, aber Achtung: Alle Clubmitglieder müssen sich darüber im Klaren sein, dass man bei lateinamerikanischen Titeln womöglich etwas mehr Nerven benötigt. Langfristig dürfte es aber die Rendite danken, angesichts des weltweit zunehmenden Rohstoffhungers. Zur Abrundung des Gesamtdepots bietet sich noch Wal-Mart an, der amerikanische Branchenführer ist ein idealer Tauschkandidat für die Metro-Aktie.

Und die Länder ?

Zum Schluss noch ein Wort zur Ländermischung: Wer in erster Linie auf eine ausgewogene Branchenmischung achtet, der bekommt in den meisten Fällen ganz automatisch eine ordentliche Ländermischung zusammen. Auch im vorliegenden Depot des Aktienclubs ist das der Fall: Nach allen vorgeschlagenen Veränderungen würde in etwa die Hälfte der Titel aus Amerika und die andere Hälfte aus Europa stammen – wir halten das für einen ausgewogenen Ländermix. So lässt es sich positiv in die Zukunft blicken. Wir wünschen den sympathischen Mitgliedern des Aktienclubs noch viel Erfolg mit ihrem Depot!

Mitmacher gesucht !

Der Aktienclub „Risikofonds 98“ ist eine Gemeinschaft von zurzeit 13 Personen, die sich das gemeinsame Wertpapiersparen zum Hobby gemacht haben. Auf unserer Internetseite www.risikofonds98.de kann man sich ein wenig über unseren Club informieren und natürlich auch mit uns in Kontakt treten. Wir würden uns freuen, wenn wir neue Kontakte schließen könnten und vielleicht neue Mitglieder bei uns begrüßen dürften.