Besuch in Frankfurt

Es begann wie ein normaler Tag nach dem frühen Aufstehen. Jeder Teilnehmer dachte an nichts Böses und wartete etwas länger auf den Bus ( ca. 0,5 bis 1 Std. später ).

Die Serie der Pannen riss dann nicht mehr ab. Ein Stau auf der Autobahn bescherte uns dann eine Tour durch die Eifel mit Tank stopp und Pinkelpause. Angekommen in Frankfurt stellte sich dann die Frage - Wo ist denn nun diese Börse ?-. Die Antwort war eine Stadtrundfahrt durch die Frankfurter-Innenstadt. Normalerweise nicht schlecht bei entsprechender Reisebegleitung im Bus, die einem vielleicht was dazu gesagt hätte. Aber ? War nicht !

Das Klima im Businneren änderte sich von Minute zu Minute. Die Gemüter erhitzten sich langsam, es kamen verbale Attacken hinzu mit entsprechender Gegenwehr, bis jemand die Idee hatte, fragen wir doch mal einen Taxifahrer. Und Schwupps waren wir an der Börse angekommen. Dort traf man dann die Reisebegleitung, die hocherfreut war uns doch noch begrüßen zu können.

Unser Zeitplan zu diesem Zeitpunkt schon im Eimer. Die Stunde zur freien Verfügung war futsch. Wir betraten nun die Börse durch einen schlichten Eingang

Da waren sie nun die heiligen Hallen der Börse. Nach einiger Zeit wurde die hochgesteckte Erwartung bei manchem sicherlich enttäuscht. Rein optisch betrachtet war hier nicht viel los! Keine hektisch herumlaufende, beidhändig telefonierende Makler. Keine wilden Handzeichen anderer Personen oder lautes Zurufen. Nun ja, ab und zu kam jemand aus den Seitentüren heraus, ging zielstrebig auf einen Monitor zu, tippte darauf herum und verschwand wieder dahin wo er herkam.

Es sind die Büros der Makler bzw. Vertreter der Banken die im Auftrag von Kunden die Aktienkäufe / -verkäufe tätigen. Die Damen und Herren innerhalb dieser Gebilde auf dem Parkett, das sind die amtlichen Broker. Sie legen den Kurs einer Aktie nach Angebot und Nachfrage fest. Hört sich einfach an, ist es aber nicht. Diese Leute bewegen ca. 10 Milliarden Euro täglich. So sagte man uns, das der Xetra-Handel gut 85 % des Gesamtvolumens abwickelt. Tendenz steigend! Also die Leute da unten sind bald arbeitslos.

Nun, wir sahen auch was ganz anderes. Was geschieht so nebenbei?

Auf dem vielleicht schwer zu erkennen. Richtig, man schaut fern. In diesem Fall ist Olympia 2000 angesagt. Es war recht amüsant, wir schauten dem Treiben da unten zu, umgekehrt beobachtete man die Besucher auf der verglasten Tribüne. Per Telefon konnte auf dem Parkett mitgehört werden.

Der Treppenaufgang führt zum Rentenmarkt. Nun wurde es Zeit die Börse zu verlassen, denn es gab noch mehr Termine.

Nun ging es zu Fuß quer durch die Frankfurter - Fressmeile zur Zentrale der Deutschen Bank. Atemberaubend diese Innenstadt mit ihren Gegensätzen. In der Deutschen Bank wurde nach einen kleinem Empfang ein Imbiss gereicht, der toll angerichtet war und sehr gut mundete.

Nun kommen wir wieder zu unseren Pannen. Ein Vortrag über Anlagenstrategien fiel mangels eines Referenten der Börse aus. Diese beteiligte sich an einen Unfall und war damit verhindert. Eine Stunde zog ins Land, eine Ersatzperson konnte kurzfristig nicht besorgt werden. Wiederum erhitzten sich die Gemüter, es wurde zeitweise ein Liedchen angestimmt. Das Ende vom Lied war, es wurde eine Unterschriftenliste aufgesetzt mit dem Ziel der späteren Beschwerde beim Veranstalter. Jetzt rollte eine Welle der Entschuldigungen seitens der Bank und der Reiseleitung über uns hinweg. Das Ergebnis, wir verließen die Deutsche Bank ohne einen Vortrag der Börse.

Während wir den Bus wieder besetzten, versicherte uns die Reiseleitung das der nächste Vortrag im Geldmuseum der Deutschen Bundesbank wie geplant mit Referent stattfinden wird. Diese Person empfing uns tatsächlich vor den Toren des Museums.

Nun kam wirklich der interessanteste Teil des Tages. Der Vortrag über Aufgaben und Ziele der Bundesbank der Vergangenheit und Europäischen Zentral Bank in Zukunft dauerte über eine volle Stunde. Vom Thema her sehr interessant. Es wurde auch über unsere zukünftige Währung Euro gesprochen, unsere Goldreserven und die Entstehung der Inflation wurden erklärt.

Diese Theorie konnte dann anschließend im Geldmuseum umgesetzt werden. Dort hatten wir aber nicht mehr viel Zeit, um uns gründlich da durch zu arbeiten. Nach ca. 40 Minuten wurden die Türen geschlossen. Soviel zu unseren Pannen an diesem Tag.

Die Geschichte des Geldes und seine Herstellung werden anschaulich dargestellt. Es gibt auch einige elektronische Spiele zum Thema Geld.

Trotzdem das Geldmuseum der Deutschen Bundesbank ist eine Reise wert.

Ich hoffe dieser kleine Rückblick hat Spaß gemacht !

Euer Jürgen